Leistungskonzept

Leistung vollzieht sich in einem Arbeitsprozess, an dessen Ende zwar ein Ergebnis mit bestimmbarer Qualität steht, aber der von unterschiedlichen Ausgangspunkten begonnen wird, somit unterschiedlicher Anstrengung bedarf. Er muss geplant, gewollt, gesteuert und reflektiert werden. Daraus ergibt sich ein erweiterter Leistungsbegriff mit folgenden Teilbereichen:

  • inhaltlich/fachlich: Die Aneignung von (Fach-) Wissen bildet die Grundlage jeden Lernprozesses. Wissen muss von den Schülerinnen und Schülern reproduziert und transferiert werden. Es dient als Grundlage für Verständnis, Urteilsfähigkeit und Problemlösung.
  • methodisch/strategisch: Für die Wissensbildung ist die gezielte Anwendung von Methoden erforderlich. Die Schülerinnen und Schüler lernen selbstorganisiert und entwickeln eigene Lernstrategien.
  • sozial/kommunikativ: Lernen vollzieht sich in Einzel-, Partner- und Gruppenaktivitäten und fordert daher soziale und kommunikative Kompetenzen sowie Kritikfähigkeit.
  • persönlich/affektiv: Leistung zeigt sich auch in der Entwicklung eines persönlichen Wertesystems, das den demokratischen Grundsätzen unserer Gesellschaft entspricht. Zur persönlichen Leistung zählen wir: Initiative, Engagement, Mut, Anstrengungsbereitschaft, Frustrationstoleranz, Selbstständigkeit, Verantwortung für den eigenen Lernweg, Kreativität, Konzentrationsfähigkeit, Reflexionsfähigkeit.

Leistungsbegriff

Die Bewertungsmaßstäbe und –instrumente müssen allen beteiligten Personen transparent gemacht werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten vielfältige Möglichkeiten, um ihre Fähigkeit zur Selbstbewertung ihrer Leistungen zu entwickeln. Dabei spielt das Logbuch auch eine Rolle.

In welchen Bereichen bewerten wir Leistung und wie wird eine besondere Leistung ausgezeichnet?

In den Sekundarstufen I und II sind Klassenarbeiten/Klausuren oder andere ähnlich aussagekräftige schriftliche, in Ausnahmefällen auch nichtschriftliche, Arbeiten in festgelegten Fächern vorgesehen. Alle sonstigen Leistungen im Unterricht werden zu einer Unterrichtsnote* zusammengefasst, welche gemäß einer vorher vereinbarten Gewichtung angemessen mit den schriftlichen Leistungen in die Leistungsbewertung einbezogen wird. Die Unterrichtsnote bezieht sich auf alle Lernaktivitäten im Unterricht (Leistungen in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Beiträge in Unterrichtsgesprächen, Präsentationen, Bearbeitung von Arbeitsblättern, Mappenführung, Erstellung von Modellen, szenische Darstellungen, Protokolle, in der Sekundarstufe II auch Hausaufgaben, usw.) Mit zunehmendem Alter wird eine größere Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler erwartet.

Die Schülerinnen und Schüler erbringen Leistung nicht nur im Fachunterricht, in dem diese durch die Lehrerinnen und Lehrer nach den Vorgaben dieses Leistungskonzepts bewertet wird. Wir ermutigen sie ausdrücklich, sich auch im AG-Bereich oder anderweitig außerunterrichtlich zu engagieren, da die Schule den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten bietet, sich in den gebundenen Ganztag einzubringen (z.B. als Schulsanitäter, Streitschlichter, Busbegleiter oder Schülersprecher). Die Wahrnehmung von Ehrenämtern, die Teilnahme an Sportveranstaltungen (z.B. „Gütersloh läuft“ oder „Milchcup“) und an Wettbewerben mit Bildungscharakter (z.B. „Big Challenge“ oder „Kanguruh“) sowie kulturelles und soziales Engagement innerhalb und außerhalb der Schule finden auf Zeugnissen und auf Zertifikaten im Schülerstudienbuch eine der Leistung entsprechende individuelle Anerkennung. Darüber hinaus werden besondere Leistungen regelmäßig öffentlich gewürdigt (z.B. im Schaukasten mit Briefen an vorbildliche Schülerinnen und Schüler, im Elternbrief, auf der Homepage, bei feierlichen Zeugnisübergaben).

Wie schaffen wir Anreize zur Leistung?

Der Unterricht ist so angelegt, dass motivierende, individualisierte Lernangebote gemacht werden, die die Schülerinnen und Schüler fördern und fordern. Sie sind in Planung und Reflexion einbezogen. Damit Anreize auf Schülerinnen und Schüler wirken können, ist ein leistungsförderliches Klassenklima Voraussetzung, das z.B. durch eine strukturierte Klassenversammlung, in der auch Lernziele besprochen werden, gefördert wird. Ein leistungsförderliches Klima ist ebenso wichtig für den Erfolg der Beratung der Schülerinnen und Schüler und ihrer Erziehungsberechtigten. Dieses kann erreicht werden, wenn die Ermutigung und Ressourcenorientierung hierbei im Mittelpunkt steht. Durch die öffentliche Präsentation von Leistungen auf Präsentationstagen, zu denen auch Eltern und Freunde eingeladen sind, durch die Gestaltung von öffentlichen Kulturabenden und Konzerten (z.B. „Rock ´n´Roll Gesamtschule“), durch den Projekttag „Meine Schule“ und durch regelmäßige Schulfeste schaffen wir weitere Anreize zur Leistung. Das Angebot von schulübergreifenden Wettbewerben für Schülerinnen und Schüler wird durch schuleigene Veranstaltungen und Wettbewerbe wie z. B. dem Jahresexperiment Naturwissenschaften bereichert.

Wie bemessen wir Standards und individuelle Leistung?

Die Leistungsbewertung orientiert sich einerseits an Lernstandards und festgelegten Kompetenzen, wie sie in den Lehrplänen und den schulinternen Curricula beschrieben sind, sie berücksichtigt aber immer auch die individuelle Leistungsnorm. Maßgebliche Bezugsgröße ist dabei in den Jahrgängen 9 und 10 in allen Fächern immer auch der prognostizierte Abschluss und sein Anforderungsniveau. Für die Messung von individueller Leistung ist eine diagnostische Beobachtung seitens der Lehrkraft unabdingbar. Die Lehrerinnen und Lehrer setzen dafür unterschiedliche Diagnoseinstrumente ein, welche auch eine Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler ermöglichen (z.B. Beobachtungsbögen, Lernberichte, Portfolios, Kompetenzraster). Die individuelle Bezugsnorm wird der jeweiligen Lerngruppe regelmäßig durch die Lehrkraft erläutert. Der gruppennormierten Bezugsnorm (Durchschnitt der Gruppe als Maßstab für individuelle Schülerleistung) messen wir eine geringe Bedeutung bei, da sie von zufälligen Einflüssen bestimmt wird.

* Der Begriff "Unterrichtsnote" soll die Formulierung "sonstige Leistungen im Unterricht" ersetzen. Vgl. Grunder/Bohl, neue Formen der Leistungsbewertung, 2001

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