Eine Schule für alle

Janusz Korczak-Gesamtschule – Eine Schule für alle Kinder

1. Leitbild der Schule

Schulklima
Aufgeschlossenheit, gegenseitiger Respekt, Hilfsbereitschaft, Engagement und Leistungs-bereitschaft prägen unser Schulklima.

Unterricht
Ein hohes Maß an Schüleraktivität steht im Mittelpunkt des Unterrichts. Dieser berücksichtigt die Individualität der Schülerinnen und Schüler und eröffnet verschiedene Lernwege.
Unser Grundprinzip ist die Ermutigung. Dabei verstehen sich die Lehrerinnen und Lehrer als Moderatorinnen und Moderatoren von Lernprozessen, bei denen die Schülerinnen und Schüler darin unterstützt werden, miteinander und voneinander zu lernen und selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten.

Gesundheit
Die Förderung der Gesundheit aller ist für uns ein wichtiger Bestandteil einer guten Schule, denn wir haben ein ganzheitliches Menschenbild, bei dem Körper und Geist eine Einheit bilden.
Leitbild und daraus abgeleitete Leitziele sind Bestandteile des Schulprogramms. Das Schulprogramm wird alle vier Jahre von Vertreterinnen und Vertretern der Schulgremien gemeinsam entwickelt und von allen inhaltlich getragen. Teilhabe, Verschiedenheit, Vielfalt und Verantwortung sind unsere Grundwerte, die von allen geteilt und geschätzt werden. Unser unterrichtliches wie außerunterrichtliches Handeln begreift Heterogenität als Chance und Bereicherung und strebt nach einer möglichst individuellen Begabungsförderung.

2. Schulische Rahmenbedingungen
Die Janusz Korczak-Gesamtschule wurde 1998 gegründet und begann im Jahre 2001 im Jahrgang 5 mit dem Gemeinsamen Unterricht. Seitdem ist eine Kultur des Gemeinsamen Unterrichts entstanden, die auf Lehrer- wie Schülerkooperation, Diagnostik und Förderung sowie innerer Differenzierung beruht.

2.1 Schülerschaft und Personal
Gesamtschülerzahl: 1340 Schülerinnen und Schüler
in der sechszügigen Sekundarstufe I: 1050 Schülerinnen und Schüler
in der vierzügigen Sekundarstufe II: 290 Schülerinnen und Schüler

In der Sekundarstufe I gibt es zurzeit 45 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, alle Förderschwerpunkte sind vertreten. Die Zahl steigt mit jedem neuen inklusiven Jahrgang.
An der Janusz Korczak-Gesamtschule unterrichten ca. 100 Lehrerinnen und Lehrer, sieben Sonderpädagoginnen und ca. zwölf Lehramtsanwärterinnen und –anwärter.
Das nichtlehrende Personal besteht aus zwei Sozialpädagoginnen und einem Sozialpädagogen, einem Übergangscoach, einer Mediothekarin, drei Mitarbeiterinnen im Schulbüro und zwei Hausmeistern. Der schuleigene Verein For You e.V. unterhält als Träger der Jugendhilfe die Mensa mit weiteren Serviceangestellten und zurzeit vier Bundesfreiwilligendienstleistenden.

2.2 Räumliche und sächliche Ausstattung
Die Janusz Korczak-Gesamtschule ist als Teamschule gebaut: Jeder Jahrgang besteht aus einem Jahrgangsflur mit sechs Klassenräumen und einem Teamzimmer. Für die Integrativen Lerngruppen wurden drei eigene Förderräume eingerichtet, einer mit Küchenzeile; diese liegen in einem Flur zusammen und werden zur Einzel- und Gruppenförderung benutzt.
Darüberhinaus ist die Schule mit einem Rückzugsraum für hygienische Maßnahmen, behindertengerechten Toiletten, zwei Liften und Rampen ausgestattet. Einige Klassen- und Fachräume wurden für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation akustisch optimiert. Ein Jahrgangsflur in einem Altbautrakt ist nicht behindertengerecht.

2.3 Klassenbildung
Die Klassenbildung erfolgt unter Berücksichtigung folgender Kriterien: Grundschulherkunft, Wohnort, Leistungsheterogenität und ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen.
Die Klassenstärke in den Jahrgängen 6 bis 10 beträgt 30 Schülerinnen und Schüler in den Klassen b bis f und ca. 25 Schülerinnen und Schüler in den Integrativen Lerngruppen. Letztere sind nach besonderen Kriterien zusammengesetzt, in ihnen haben bis zu sieben Kinder einen sonderpädagogischen Förderbedarf. In den Parallelklassen gibt es Fälle von zielgleicher und neuerdings auch zieldifferenter Einzelintegration.
Im Jahrgang 5 beträgt die durchschnittliche Klassengröße 27 Schülerinnen und Schüler. Die zwölf sonderpädagogisch zu fördernden Kinder sind unter Berücksichtigung ihres individuellen Förderbedarfs gemäß den oben genannten Klassenbildungskriterien inkludiert.

2.4 Stundenplangestaltung und Ressourcensteuerung
Die Janusz Korczak-Gesamtschule ist eine Ganztagsschule. An vier Nachmittagen findet Unterricht statt, jede Unterrichtsstunde umfasst 60 Minuten. Das Prinzip des Teamteachings ist in folgenden Bereichen konzeptionell verankert: Klassenrat im Jahrgang 5 obligatorisch im Klassenlehrerteam, in den Jahrgängen 6 bis 8 fakultativ; in den Hauptfächern Englisch und Mathematik in den Jahrgängen 7 und 8 und im Fach Deutsch in den Jahrgängen 9 und 10 eine Stunde pro Woche durch zwei Fachlehrerinnen- oder lehrer des Jahrgangs.
In den Integrativen Lerngruppen werden ca. 50% des Unterrichts mit Sonderpädagoginnen doppelbesetzt. In der Regel betrifft dies die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften.

3. Übergangskonzept
3.1 Von der Primarstufe zur Sekundarstufe
Der Übergang von der Primarschule zur Janusz Korczak-Gesamtschule beruht auf einer engen Kooperation zwischen den beteiligten Schulen. Die Zusammenarbeit zwischen den ca. 16 Grundschulen beginnt direkt nach der Aufnahme im Februar. Die Anmeldegespräche mit den Erziehungsberechtigten der sonderpädagogisch zu fördernden Kinder führt die zuständige Abteilungsleitung gemeinsam mit der Sonderpädagogin des neuen Jahrgangs 5. Sie nehmen sich schon bei der Anmeldung viel Zeit, um Bedarfe und besondere Wünsche zu erfassen. Die Schulleitung nimmt grundsätzlich alle Anmeldungen für den neuen Jahrgang 5 in einem persönlichen Gespräch entgegen, um die neuen Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen.
Nach der Aufnahme besuchen die Sonderpädagogin und die Abteilungsleitung die sonderpädagogisch zu fördernden Kinder in den verschiedenen Grundschulen und sprechen mit den Klassenlehrerinnen. In die Entscheidung über die Klassenbildung, die von Mitgliedern des neuen Teams 5, der Abteilungsleitung und der Schulleiterin gemeinsam beraten wird, fließen die gewonnenen Informationen ein.
Zwei Wochen vor den Sommerferien wird das Kennenlernfest ausgerichtet. Die Schülerinnen und Schüler lernen dort nicht nur ihre neuen Klassenkameradinnen und –kameraden kennen, sondern auch ihre neuen Klassenlehrerinnen- und lehrer und ihre Patinnen und Paten aus dem Jahrgang 8.
Die ersten Schulwochen der Fünftklässler dienen dem Kennenlernen und der Orientierung in der neuen Schule. Spezielle Maßnahmen zur Bildung der Klassengemeinschaft im Methodentraining, in der Klassenversammlung, im Fach Wir über uns oder bei der Bildung von Tischgruppen unterstützen flankierend den Prozess des Zusammenwachsens. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die dreitägige Kennenlernfahrt in der 7. Schulwoche.
Ein weiterer fest verankerter Baustein des Übergangs ist der Besuch der Grundschullehrerinnen nach den Halbjahreszeugnissen. Dieser dient dem Austausch zwischen den ehemaligen und den neuen Klassenlehrerinnen und –lehrern.

3.2 Übergang Schule und Beruf
Ab dem Jahrgang 8 nehmen die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Angeboten der individuellen Berufs- und Lebensplanung teil. Neben den allgemeinen Bausteinen zur Berufsorientierung werden sie individuell beraten und auf ihrem Übergang engmaschig begleitet. Als Schulabschlüsse können alle Abschlüsse der vergleichbaren Förderschulen, bei zielgleicher Unterrichtung auch alle anderen Abschlüsse vergeben werden.

4. Inklusiver Unterricht
4.1 Heterogenität
Differenzierung und Individualisierung sind schulformspezifische Bausteine von Unterricht. Seit Gründung der Schule im Jahre 1998 steht die Unterrichtsentwicklung unter dem Leitziel der individuellen Förderung. Dabei standen nacheinander verschiedene der Begabungsförderung zuträgliche Aspekte wie kooperatives Lernen, Methodenlernen, Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Niveaudifferenzierung im Fokus des schulinternen Fortbildungsplans.
Das lange gemeinsame Lernen in heterogenen Gruppen, dem die Schule sich pädagogisch verpflichtet fühlt, beinhaltet hohe Anforderungen an die Lehrkräfte, denen man durch enge Kooperation bei der Unterrichtsvorbereitung und gegenseitige Unterstützung erfolgreich begegnen kann. Die Aufteilung in Fundamentum- und Additumaufgaben sind transparente Methoden zur Niveaudifferenzierung. Aufgabentypen wie Du kannst-Aufgaben oder Aufgaben nach dem Lerndorfmodell (vgl. Howard Gardner, Annemarie von der Groeben) sind hilfreiche Instrumente zur Individualisierung.
Flankiert wird der Unterricht durch das soziale Lernen im Fach Wir über uns, in dem Themen wie Verschiedenheit, körperliche Beeinträchtigungen, individuelle Leistungsbewertung etc. besprochen werden. Durch das Tischgruppenmodell lernen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Stärken und Schwächen kennen und schätzen.

4.2 Diagnostik und individuelle Förderplanung
An der Janusz Korczak-Gesamtschule finden unterschiedliche diagnostische Verfahren Anwendung. Die Sprachdiagnostik findet mithilfe des Duisburger Sprachstandstests und der Hamburger Schreibprobe in den Jahrgängen 5 und 6 statt. In der Mathematik werden mit speziellen Testverfahren mögliche Fälle von Dyskalkulie erhoben und gezielte Förderkurse in 5 und 6 zur Unterstützung der Kinder angeboten. Der Sporteingangstest wird probeweise in allen fünften Klassen durchgeführt, daraus sich ergebende Fördermaßnahmen sind aber noch nicht institutionalisiert.
Umfangreiche individuelle Diagnostik wird nach Absprache mit den Erziehungsberechtigten schulintern von den Sonderpädagoginnen oder extern von den Schulpsychologinnen in der Schul- und Bildungsberatungsstelle durchgeführt.
Die Erstellung individueller kompetenzorientierter Förderpläne obliegt in den Integrativen Lerngruppen den Sonderpädagoginnen in enger Absprache mit den Regelschullehrkräften und den Erziehungsberechtigten. Im Gemeinsamen Lernen werden die Förderpläne von den Klassenlehrerinnen –und lehren in Kooperation mit den Sonderpädagoginnen erstellt. Kollegiale Beratung zu einzelnen Schülerinnen oder Schülern ist ebenso Grundlage für die individuelle Entwicklungsplanung wie halbjährliche Förderplangespräche der die Kinder unterrichtenden Lehrkräfte. In allen Fällen werden die vorliegenden Gutachten (AO-SF) sowie Übergangsgutachten berücksichtigt. Einmal im Jahr wird für jede Schülerin und jeden Schüler die Berechtigung des Förderstatus geprüft.
Der inklusive Ansatz im Gemeinsamen Lernen erfordert eine enge Kooperation aller Kolleginnen und Kollegen in einem Jahrgangsteam. Ein funktionsfähiges Verfahren zur Dokumentation von Beobachtungen wird zurzeit entwickelt, damit diese für eine qualifizierte Erstellung von Förderplänen zur Verfügung stehen. Diese Entwicklung ist notwendig, da die Sonderpädagoginnen des Jahrgangs nicht einer Klasse zugewiesen sind, sondern dem ganzen Jahrgang.

4.3 Leistungsbewertung
Das fachübergreifende Leistungskonzept beruht auf einem mehrdimensionalen Leistungsbegriff und beinhaltet eine fachliche, eine methodische, eine individuelle und eine soziale Dimension. Leistungsbeurteilung geschieht gemäß den Vorgaben der APO-SI und der AO-SF. Der Nachteilsausgleich wird allen berechtigten Schülerinnen und Schülern gewährt.
Die Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent unterrichtet werden, erhalten ein Berichtszeugnis, das detailliert Auskunft über die erbrachten Leistungen in den einzelnen Fächern gibt. Notenstufen nach §48,3 Schulgesetz NRW sollen nicht zur Rückmeldung der Leistung herangezogen werden.

5. Teamarbeit
Die Janusz Korczak-Gesamtschule ist als Teamschule konzipiert und organisiert. Es gibt verschiedene Teams wie Jahrgangsteams, Jahrgangsfachteams, Klassenlehrerteams oder Expertenteams wie die der Teamsprecher, Beratungslehrer, der Sonderpädagogen, der Sozialpädagogen oder Schulentwicklungsgruppen wie Gesundheitszirkel, AK Medien, Methodengruppe oder Steuergruppe. Alle Teams sind institutionalisiert und haben im Stunden- oder Jahresterminplan festgelegte regelmäßige Teamzeiten. Auf vertikaler und auf horizontaler Ebene sind alle Teams miteinander verzahnt, sodass ein Austausch, nicht nur über Protokolle, gewährleistet ist. Als Informationsquelle wird auch das schulinterne Bulletin Korczak Info verwendet, dessen Lektüre für alle Mitglieder des Kollegiums verpflichtend ist.
Das Jahrgangsteam besteht aus den zwölf Klassenlehrerinnen und –lehrern sowie den dem Team zugeordneten Sonderpädagoginnen und Lehramtsanwärterinnen und –anwärtern. Darüberhinaus können Fachlehrerinnen und –lehrer, die keine Klassenleitung innehaben, einem Team angehören. Jedes Team hat auf dem Jahrgangsflur sein eigenes Teamzimmer mit individuellen Arbeitsplätzen für alle Teammitglieder, Computer und Küchenzeile.

6. Fortbildungen
Der Fortbildungsplan im Schulprogramm 2014 legt im Bereich der Unterrichtsentwicklung den Schwerpunkt auf Begabungsförderung und differenzierende Aufgabenkonstruktionen. Im Jahrgang 5 werden zusätzlich teaminterne Fortbildungen zu Förderplanung, Leistungsbewertung oder einzelnen Förderschwerpunkten wie Hören durchgeführt. Die Termine werden nach Möglichkeit so in den Jahresterminplan eingepasst, dass für die Lehrkräfte keine Zusatzbelastung entsteht. Die Schulleitung nimmt weitere Fortbildungswünsche entgegen, holt Angebote ein und kümmert sich um die Realisierung. Externe Fortbildungen zu inklusivem Unterricht in einzelnen Fächern werden ebenfalls von einzelnen Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen, die die Fortbildungsinhalte in ihr Team multiplizieren.

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