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Abitur – und wie weiter? Seit nunmehr 12 Jahren führt die Janusz Korczak-Gesamtschule das Projekt der vertieften Studien- und Berufsorientierung für den Jahrgang Q1 durch. Die Osthushenrich- Stiftung sponsert das Projekt für weitere drei Jahre.

„Erst mal Abitur machen, was danach kommt, wird sich schon ergeben“, so die etwas blauäugige Einschätzung vieler Schülerinnen und Schüler. Ganz anders sehen das Louisa, Lilly und Paul, Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12 der Janusz Korczak-Gesamtschule Gütersloh. Sie haben an dem Projekt „Abitur – und wie weiter?“ teilgenommen und sind froh, sich bereits jetzt mit ihrer Zukunft und ihren Berufswünschen auseinandergesetzt zu haben.

In zwei halbtägigen Workshops und einem darauffolgenden individuellen Feedback-Gespräch beschäftigten sich die Schüler*innen in Kleingruppen (12 SuS) mit ihren Stärken, Interessen sowie mit möglichen Wegen der Entscheidungs- und Zielfindung für ihre berufliche Zukunft.

„Wir sind davon überzeugt, dass die Schülerinnen und Schüler anschließend ihre Schullaufbahn noch motivierter in Angriff nehmen und Verantwortung für ihre berufliche Zukunft zeigen“, so die Aussage von Berthold Steier, dem „StuBo“- Koordinator der JKG für die Sekundarstufe II.

„Jetzt geht’s los! Dank „Abitur – und wie weiter ?“ weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, so Lilly Erdl (18). „Eigentlich wollte Lilly ein Praktikum beim Auswärtigen Amt machen, aber leider hat ihr Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als Alternative hat sie für sich ein Praktikum bei der Bertelsmann-Stiftung gefunden, welches allerdings ebenfalls unten einem „Coronavorbehalt“ steht. „Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, was ich will. Es ist auch ein Stückweit Motivation.“

Das Projekt ist in drei Phasen aufgeteilt, die aufeinander aufbauen: Im ersten Workshop geht es um die eigenen Stärken und Interessen, im zweiten Workshop geht es um Wege der Entscheidungsfindung und im dritten Teil finden individuelle Feedback-Gespräche statt. Besonders Letzteres habe ihm am meisten weitergeholfen, sagt Paul Reger (18). „Ich habe eigentlich vor, Arzt zu werden. Das halbstündige Gespräch war für mich sehr wichtig. Dabei haben wir über die Möglichkeit eines Studiums bei der Bundeswehr gesprochen, welches für mich eine sinnvolle und realistische Perspektive darstellt.“

Aufgrund der deutlich zunehmenden Entscheidungsmöglichkeiten tun sich Schülerinnen und Schüler z.T. sehr schwer, sich für eine Richtung festzulegen. Das Projekt trägt diesem Umstand Rechnung, indem inhaltlich ein Schwerpunkt auf die Entscheidungs- und Zielfindung gelegt werde“, sagt Frau Nathaus-Hünnemann, Projektleiterin.

Auch Louisa (17) war sich unsicher und schwankte zwischen zwei Berufswünschen. „Ich war mir vor dem Projekt unsicher, ob ich lieber ein Studium im Medienbereich oder in der Soziologie aufnehmen wollte. Ich wusste nicht, ob ich das nötige Selbstbewusstsein mitbringe. Durch die Fremdeinschätzung wurde mir meine Unsicherheit genommen, es fühlte sich gut an, von anderen gespiegelt zu bekommen, dass man sehr selbstsicher wirkt. Zurzeit neige ich dazu ein Studium der Medien- und Kommunikations-wissenschaften aufzunehmen.“

Es sei ein Vorteil, dass die Workshops von externen Teamern und nicht von Lehrern durchgeführt werden, meint Louisa. Die würden einen zwar möglicherweise besser kennen, aber da stünde man dann mehr unter Druck und wäre weniger offen.“

Ganz preiswert ist das Projekt nicht. Möglich wird es durch das Engagement einiger Sponsoren: die Osthushenrich-Stiftung, die Sparkasse GT, Güth&Wolf und die Initiatve Auslandszeit. Frau Holle, Geschäftsführerin der Osthushenrich-Stiftung versichert, das Projekt auch im nächsten Jahr zu unterstützen, so dass das Angebot auch weiterhin mit einer geringen Eigenbeteiligung der Teilnehmer*innen.

Die Osthushenrich-Stiftung unterstützt die Studien- und Berufswahl an der JKG, (v.l.) Berthold Steier, Lilly Erdl, Lothar Pieper, Claudia Holle, Louisa Mey, Paul Reger, Heidrun Elbracht. (Foto: JKG, Karin Kiffmeyer)

Berthold Steier

(Berufswahlkoordinator Sek II)

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